Birkenzucker oder Xylit - die unbekannte Gefahr für Hunde 

In unserem alltäglichen menschlichen Nahrungsangebot befinden sich immer zahlreicher werdend, viele Lebensmittel, die für Haustiere - besonders für Hunde - giftig sind: Schokolade in jeder Form und auch Weintrauben gehören unter anderem dazu.

Birkenzucker oder Xylit(ol) ist eine Tafelsüße in kristalliner, flüssiger oder Pulverform, die für Menschen eine zahnfreundliche und kalorienarme Alternative für Zucker darstellt. Es ist ein Süßungsmittel, das zur Zahnmineralisierung beiträgt, indem der Blutzucker nach dem Essen weniger stark ansteigt (glykämischer Index:Xylit 7, herkömmlicher Zucker 70). Es enthält 40% weniger Kalorien und ist nicht für Kinder unter 1 Jahr geeignet.

Für Tierfreunde besonders wichtig: Xylitol ist für Hunde giftig!

Xylit, auch Xylitol genannt, ist ein künstlicher Süßstoff, der für Menschen ungefährlich ist, beim Hund aber zu großen gesundheitlichen Problemen führen kann. Vielen Hundebesitzern ist diese Gefahr jedoch noch gar nicht bekannt.

 

Aber was ist Xylit (Xylitol oder Birkenzucker?

Ein natürlicher Zuckeralkohol, der in zahlreichen Gemüse- und Obstsorten steckt. Da Xylitol auch in der Rinde bestimmter Baumarten steckt, ist die Substanz auch als Birkenzucker bekannt und im Lebensmittelhandel erhältlich. Ende des 19.Jahrhunderts wurde Xylitol zum ersten Mal von den deutschen Forschern Emil Fischer und Rudolf Stahel sowie von dem französischen Chemiker M.G. Bertrand isoliert. Heute wird Xylitol vor allem nach der Maisernte aus den Resten der Maiskolben gewonnen und ist daher ein relativ günstig zu gewinnender Süßstoff. Die menschliche Leber produziert im Rahmen des Kohlenhydratabbaus täglich bis zu 15 Gramm Zylitol als Zwischenprodukt. Interessant für die Lebensmittelindustrie ist Xylitol, weil es weitaus weniger Kalorien hat als Saccharose (handelsüblicher Zucker), und den menschlichen Blutzuckerspiegel beeinflusst, so dass es zum Süßen von Diabetikerprodukten genutzt werden kann.

Seit in den 70er Jahren festgestellt wurde, dass Xylitol eine antikariogene Wirkung besitzt, wird die Substanz häufig in zuckerfreien Kaugummis eingesetzt, die mit einer „zahnpflegenden“ Wirkung werben. Aber auch als Süßstoff in Diät- und Diabetikerprodukten ist Xylitol immer häufiger im Handel anzutreffen - und hier liegt die Gefahr für Haustiere!

 

Manchen Säugetieren kann Xylitol ausgesprochen gefährlich werden, darunter dem Haushund. Bei Hunden führt Xylitol zu einer starken Ausschüttung von Insulin, die wiederum zu lebensbedrohlichen Hypoglykämien (Abfall des Blutzuckerspiegels) führt. Auch kann es zu schweren Leberschäden bis hin zu einem tödlichen Leberversagen kommen. Als tödliche Dosis gilt für einen Hund etwa 3-4g Xylitol pro Kilogramm Körpergewicht. Je kleiner der Hund, desto gefährlicher!


Hundebesitzer, die xylitolhaltige Nahrungsmittel im Haus haben, sollten daher nicht nur darauf verzichten, den Hund mit diesen „Leckereien“ zu füttern (z.B. Kuchen oder Kekse, die mit Xylitol gesüßt wurden),sondern vor allem auch darauf achten, dass der Hund nicht selbst an diese Lebensmittel kommt. Es gibt immer wieder vorwitzige Hunde (Naschkatzen unter den Hunden sozusagen), die beispielsweise Bonbons oder sogar Kaugummi aus Taschen oder Rucksäcken stiebitzen und sie fressen. Alle Produkte, die Xylitol enthalten, müssen daher außerhalb der Reichweite des Hundes aufbewahrt werden, am besten in einem geschlossenen Schrank in Brusthöhe.

Wird der Hund beim Naschen eines xylithaltigen Nahrungsmittels erwischt, oder finden sich Spuren eines früheren Naschens (z.B. Zuckerlpapiere) muss das Tier unbedingt sofort zur Behandlung zum Tierarzt gebracht werden.Schon mehrere Bonbons, Kaugummis und Kekse oder ein kleiner Kuchen, der zum Auskühlen auf dem Tisch steht, können für kleinere Hunde tödlich sein.

GZ

 

Texte teilweise entnommen aus Internetveröffentlichungen von:

Praxis für Kleintiere, Dr.med.vet.Maria Steigmann

http//www.vetzentrum.de/ratgeber/xylit-die-unbekannte-gefahr-fuer-hunde v.17.05.2016

 

Zurück zur Übersicht