Fundtiere im Tierheim

Dieser Begriff beinhaltet unzählige Herkunftsmöglichkeiten, an die man zunächst gar nicht denkt. Zunächst das klassische Fundtier: Ein Haustier wie Hund oder Katze, das nicht mehr nach Hause findet, mit einigem Glück für das Tier, geborgen und ins Tierheim gebracht  und von dort von seinem Besitzer, der schon verzweifelt sucht und ungeduldig wartet, wieder abgeholt wird.

Leider gibt es eine nicht unbeträchtliche Anzahl an Fundtieren, außer Hunden und Katzen, wie z.B. Kaninchen, Meerschweinchen, Schildkröten oder auch entflogene Käfigvögel, die von ihren oft beherzten Findern oder von der Berufsfeuerwehr ins Tierheim gebracht werden. Innerhalb weniger Stunden werden alle diese Geschöpfe fotografiert und mit Beschreibung in die öffentliche Fundtierdatenbank für Stadt und Land Salzburg gestellt. Diese ist für Jedermann zu jederzeit über Internet zugänglich.


Darüber hinaus veröffentlichen wir alle Fundtiere, die nicht innerhalb weniger Tage abgeholt werden, in der „Tierecke“ der Kronenzeitung.
Meldet sich der Besitzer dennoch nicht, muss man davon ausgehen, dass es sich um ein ausgesetztes Tier handelt. Jedes Fundtier muss vier Wochen im Tierheim bleiben, wird geimpft und erhält eine Parasitenbehandlung. Säuger werden kastriert, und bei guter gesundheitlicher Kondition der Tiere wird versucht, sie auf gute neue Plätze im Adoptionsweg zu vermitteln.
Was man nicht für möglich hält, aber leider dennoch vorkommt, ist, dass Familienmitglieder oder Freunde des Tierbesitzers Tiere bringen, mit der Behauptung, diese gefunden zu haben.
Und das obwohl sie unterschreiben, dass sie nicht der Besitzer sind und diesen nicht kennen. Das ist Betrug und wenn die Wahrheit herauskommt, folgt die Strafe auf dem Fuß!


Wildtiere können natürlich auch Fundtiere sein, wie Igel und Kleinsäuger. Meist Jungtiere oder verletzte Tiere und Vogelküken. Hier versuchen wir, verletzte rasch zum Tierarzt zu bringen. Für Vogelküken gibt es ehrenamtliche Tierpfleger, die,  wenn sie noch Platz haben, die Kleinen aufnehmen. Wenn alle Aufnahmekapazitäten ausgeschöpft sind, versuchen wir mit Spezialnahrung und Heimpflege jedes Leben zu erhalten. Gegenwärtig haben wir noch zwanzig, ursprünglich stark untergewichtige, Igel, die wir über den Winter bringen - mit Spezialfutter und tierärztlicher Hilfe, wenn gesundheitliche Probleme auftreten. Spätestens Mitte Mai, in sehr warmen Jahren schon Ende April, werden diese stark gefährdeten Stacheltiere wieder ausgewildert. Ab Oktober/November kommen dann wieder viel zu leichtgewichtige, parasitenübersäte und meist sehr hungrige Igelchen für ca. 7 Monate zu uns ins Winterquartier.
Und alle Tiere, die nicht von ihren Besitzern abgeholt werden oder kein neues gutes Platzerl finden bzw. ausgewildert werden können, bleiben bei uns im Tierheim bis zu ihrem natürlichen Ende.


Eine Bitte zum Schluss an alle Tierfreunde, die ein Tier finden: Bitte unbedingt in die Fundtierdatenbank stellen oder stellen lassen. Nur so hat der Besitzer die Möglichkeit, sein Tier wiederzubekommen! Auch die Veröffentlichung über die "Tierecke" in der Kronenzeitung ist eine erfolgversprechende Möglichkeit, Tiere und ihre oft verzweifelten Besitzer wieder zu vereinen.


GZ

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