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- Aktuelle Ausgabe -

Ausgabe 03/2018

Liebe Mitglieder und Tierfreunde!

Weihnachten und Geschenke gehören zusammen, vielleicht sogar Überraschungen?

Ein Lebewesen zu schenken, ist zwar gut gemeint, aber meist nicht gut: Der kleine ausgesuchte Hund oder das Kätzchen unterm Weihnachtsbaum, das verängstigt und verstört sich zu verstecken sucht, vielleicht ein Lackerl oder mehr stressbedingt produziert und in der Folge eventuell den dekorierten Baum zu Sturz bringt bzw. sich nicht mehr bewegen lässt, das gefundene Versteck unter dem Sofa o.ä. wieder zu verlassen, ist definitiv nicht das erwünschte Szenario!

Ein Tier zu schenken - das gilt nicht nur für Weihnachten - bedarf genauer Planung und Überlegung, ob das gewünschte Tier zum jetzigen Zeitpunkt adoptiert werden soll. Ob man dem zu Beschenkenden mit dem zeitlichen Hilfsangebot für Krankheit oder Urlaub, sich um das Tier zu kümmern, eine konkrete Hilfestellung gibt, und damit erst die Haltung für einen alleinstehenden oder älteren Menschen ermöglicht.  
Die mit der Adoption eines Tieres übernommene Verpflichtung und Verantwortung auf Lebenszeit darf keinesfalls außer Acht gelassen werden!
Jeden Menschen kann jederzeit ein Unglück treffen, das ihn außerstande setzt, sich um sein Tier zu kümmern.

Bei rüstigen älteren und alleinstehenden Menschen muss darauf geachtet werden, wer im Fall des Falles einspringen und sich um das Tier kümmern kann, auch unter Bedachtnahme auf die Lebenserwartung des neuen Tieres.
Heutzutage kann eine Katze ein Lebensalter von zwanzig und mehr Jahren erreichen.
Bei Hunden, abhängig von ihrer Rasse und Größe, sind es zwölf bis achtzehn Jahre.

Ein im Tierheim selbst ausgesuchtes Haustier, das z.B. ein Alter von acht bis zwölf Jahren erreicht hat, kann bei guter Pflege noch für viele Jahre ein treuer und dankbarer Begleiter sein!
Der Vorteil für den neuen Halter bei einem älteren Hund ist zum Beispiel, dass der Bewegungsdrang geringer ist als beim jungen Tier, und dass er wahrscheinlich alle Grundkommandos beherrscht und brav an der Leine geht sowie selbstverständlich stubenrein ist.
Die Seniorkatze, vorzugsweise ein Wohnungstiger, deren Bedürfnisse im Unterschied zu ganz jungen Tieren sich in Beschäftigungsritualen, ganz vielen Streicheleinheiten, Kuscheln und Schmusen mit ihr erfüllen, während die wilden Spiele der jungen Kätzchen bei Tag und Nacht eher Unruhe in den gewohnten Lebensrhythmus bringen können, ist ebenfalls ein guter Partner für einen älteren Menschen.  

Insgesamt kann man sagen, dass sich allmählich das verantwortungsvolle Denken gegenüber unseren Haustieren in der Bevölkerung durchsetzt und nur mehr selten im letzten Lebensabschnitt eines Menschen, dieser sich als neuen Mitbewohner unbedingt einen Welpen wünscht.
Der Friede im eigenen Heim und mit unseren Haustieren ist im Alltag den meisten Menschen wichtiger und mehr wert als Geld und Gut.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen friedliche und frohe Feiertage!


Herzlichst
Ihr Dr. Eckehart Ziesel
Präsident des Tierschutzvereines für Stadt und Land Salzburg