seite_des_praesidenten

- Aktuelle Ausgabe -

Ausgabe 01/2017

Liebe Tierfreunde, Mitglieder und Gönner!

 

 Die Haustiere Hund und Katze und ihre lebensnotwendigen Ansprüche:  

„Dieses Tier – Hund oder Katze - erfüllt überhaupt nicht meine Erwartungen, es muss zurück ins Tierheim!“  So eine Meldung, meist telefonisch, ein oder zwei Tage nach Vergabe des Tieres an einen Bewerber, dessen Platz sorgfältig ausgewählt und kontrolliert wurde, ist zwar nicht häufig, erschüttert uns jedoch immer wieder.

 

Der eigene oder der Wunsch der Kinder nach einem Haustier ist oft so stark, dass völlig vergessen wird, welche Grundbedürfnisse ein Haustier hat. Diese Grundbedürfnisse des Tieres den Menschen vor der Vergabe nahezubringen, damit sie die lebenslange Verantwortung für diese Lebewesen übernehmen können, ist eine der wichtigsten Aufgaben, die von uns erfüllt werden müssen. Wenn sich in den Vorgesprächen dann herausstellt, dass diese lebensnotwendigen Ansprüche vom Tierbewerber nicht erfüllt werden, müssen wir im Interesse des zu adoptierenden Tieres auch einmal „NEIN“ sagen. Das zukünftige Wohlbefinden des Tieres steht für uns an erster Stelle, jedenfalls höher als der bloße Wunsch nach einem eigenen Tier!

 

Die elementaren Grundbedürfnisse sind zunächst einmal Geduld und Liebe, Zeit und Regelmäßigkeit und natürlich auch Platz für das meist vierbeinige Familienmitglied, welches von allen Mitbewohnern erwünscht und akzeptiert werden muss!

 

Wenn das ausgewählte Tier ins Haus kommt, ist ihm zunächst alles fremd: Gerüche, Geräusche, Räumlichkeiten, Bodenbeschaffenheiten, die Mitbewohner. Ohrenbetäubende Musik, egal ob Wagner oder Pop und Rock erschrecken zunächst das Haustier ebenso wie der laute Staubsauger, poltern, schreien und springen.  Auch intensiver Tabakrauch, konzentrierte Düfte, Deos oder starke Reinigungs- oder Putzmittel, deren nasse Rückstände auf dem Boden oder in der Wanne Verätzungen an den Nasen und Pfoten verursachen können, sind ihm fremd. Besonders in kleinen Wohnungen, wo das Tier keine Rückzugsmöglichkeit findet, muss man anfangs auf den neuen Mitbewohner Rücksicht nehmen. Häufig tritt nach der Übersiedlung als Folge von Stress Durchfall auf. Das ist zwar lästig, jedoch nicht besorgniserregend, wenn er nach ein oder zwei Tagen wieder verschwunden ist.

 

Eine große Beunruhigung kurz nach dem Einzug des Tieres ins neue Heim stellen auch zahlreich vorgestellte Familienmitglieder, Nachbarn oder Freunde dar. Geben Sie dem Tier ausreichend Zeit, bei Ihnen anzukommen, sich einzugewöhnen und sich wohl zu fühlen. Außerdem darf ein Tier auch zeigen, wenn ihm  jemand nicht sympathisch oder geheuer ist.  Auch hier gilt es, sich in Geduld zu üben - es wird schon werden mit der Akzeptanz…
Anstatt die Wohnung mit neugierigen Freunden und Verwandten zu füllen, könnte man eine erste Begegnung mit dem Hund auf neutralem Gelände wie z.B. eine ruhige Straße, eine Hundewiese, ein großer Platz oder einen Spaziergang an der Salzach wählen, um "Bello" vorzuführen.

Nach einer Woche spätestens zwei, will das Tier nicht wieder weg von Ihnen, und Sie wollen es sicher nicht wieder zurück ins Tierheim bringen!

 

Mit den besten Wünschen an Sie alle,

herzlichst

Ihr Dr. Eckehart Ziesel