Ach, was muss man oft von bösen ...

... Hunden hören oder lesen! Und in der Tat: In letzter Zeit häufen sich Berichte über Hundeattacken.

Aber wie gefährlich ist der beste Freund des Menschen wirklich? Ich kann mich noch an eine Zeit erinnern als es naturgegeben hingenommen wurde, dass ein Hund eben ab und zu zuschnappt. Und wenn ich mich recht erinnere, bekamen sogar wir Kinder die Schelte, wenn es einen kleinen Vorfall mit leichten Blessuren an uns durch einen Hund gab. Denn wir hatten eigentlich Spiel- und Streichelverbot bei Hunden. Solcherlei Vorfälle waren natürlich auch kei - ner Zeitung nur eine Randnotiz wert! Eine Verschärfung dieser Situation trat auch durch die Einführung des Begriffs “Kampfhund” ein.
Besonders natürlich auch dann, wenn ein Kind vom Geschehen betroffen ist. Dabei sind Kinderunfälle mit Hunden nicht häufiger als früher. Jährlich landen 500 bis 1000 Kinder wegen Vorfällen mit Hunden beim Arzt. Es sind dies meist Hautabschürfungen und blaue Flecken. Im Gegensatz dazu erleiden 52.000 Kinder wegen mangelnder sicherer Wohnungseinrichtung Verletzungen, die einer medizinischen Behandlung bedürfen!
Natürlich ist jeder Unfall einer zuviel und sollte nach Möglichkeit vermieden werden.
Grundsätzlich aber gilt: Die meisten Hunde beißen niemals ein Kind. Aber unter bestimmten Umständen kann natürlich jeder Hund beißen. Überwiegend handelt es sich dabei um “Missverständnisse” oder aus der Sicht des Hundes “normale” Reaktionen. Aber wie weiß man das im Vorhinein?
Es gibt klare Verhaltensweisen durch den Menschen, die einen Hund provozieren können. Selten verhalten sich Kinder hunde - freundlich: An den Ohren ziehen, ihn beim Fressen stören, ihm ins Auge greifen… Solches Verhalten kann unter Umständen einen “Schnapper” nach sich ziehen! Trotzdem müssen Familienhund und Kleinkind nicht voneinander getrennt werden. Vorausgesetzt, es ist eine konstante Aufsicht vor Ort, und der Hund verfügt über ein normales Sozialverhalten. Darüber hinaus sollten Kindern generell die Regeln nahe gebracht werden, die bei Begegnungen mit Hunden einzuhalten sind, wie z.B. fremde Hunde nicht streicheln, Warnsignale beachten etc. Beim Reizwort “Kampfhund” muss jedoch das Prinzip im Auge behalten werden, dass die Gefährlichkeit bei Hunden kein Kriterium einer bestimmten Rassezugehörigkeit ist, sondern - nicht anders als beim Menschen - ein individuelles Merkmal.
Schließlich ist neben dem gesunden Großwerden eines Hundes und einer guten Ausbildung in Hundeschulen, in denen nach modernsten wissenschaftlichen Erkenntnissen der Verhaltenskunde gearbeitet wird, eine Voraussetzung für ein problemloses Zusammenleben von Mensch und Hund.
Denn wie heißt es doch noch so schön: Einem Hunde - wohl erzogen - ist ein jeder Mensch gewogen!


In diesem Sinne frohe Festtage und alles Gute für das Jahr 2011


Herzlichst
Ihr Günther Mayrhofer