Zwei Zwergkaninchen, ein Weibchen und ein Rammler, suchten gemeinsam einen Platz. Sie waren zusammen im Tierheim abgegeben worden, da sie als Wohnungskaninchen gehalten worden waren und zum Beispiel bei Dunkelheit jedoch Beleuchtung, wie Menschen sie eben in ihrer Wohnung einschalten, wenn es dunkel wird, ihre Aktivitäten fortsetzten.
Kaninchengemäß natürlich, d.h. in der Sandkiste graben, Futter aufnehmen um damit herumzulaufen, bevor es verzehrt wird, und hoppelnd und springend sich ihres Lebens freuend. Wenn also zwei Leute in der gemeinsamen Wohnung, der eine schlafen und der zweite lesen wollte, fühlten sich beide gestört.

Das ist der erste Teil dieser Kaninchengeschichte. Die beiden waren einige Zeit im Tierheim. Das Weibchen wurde kastriert, um „Kaninchensegen“ zu vermeiden und die Urlaubszeit ging zu Ende.
Dann folgt die Zeit, in der Menschen gerne wieder Haustiere aufnehmen.

Wie vom Tierschutzgesetz gefordert, werden Tierbewerber genau befragt, wie groß die Wohnung ist, in der sie leben, ob darin die Tierhaltung erlaubt ist, und ob man die Zeit hat, sich mit den Tieren zu beschäftigen sowie die finanziellen Mittel für Nahrung und eventuell notwendigen Tierarztbesuche vorhanden sind.

Alles wurde positiv beantwortet und neunjährige Kaninchenerfahrung sowie eine Wohnungsgröße von 35 Quadratmetern bestätigt.
Es erfolgte die genaue Abschlussuntersuchung durch den Tierarzt und die Freigabe der Tiere.

Am Wochenende wurden die beiden süßen Mümmler in einen Transportkorb verfrachtet und in ihr neues Zuhause gebracht. Die sogenannte Heimkontrolle verschob sich Corona geschuldet um einige Monate. Dazwischen telefonierten wir einige Male, alles war in Ordnung.
Am gemeinsam vereinbarten Besuchstag schließlich, es war ein sonniger Junitag, erwartete mich ein rundum und auch von oben gesichertes Geviert in der Wiese platziert, mit einem schattenspendenden Häuschen, das auch vor Regen
schützen würde.

Vergnügt genossen die beiden das frische Grün und tollten umher.
Sodann ging es in die menschlich-tierische WG:  Hier kam ich aus dem Staunen nicht heraus! Diese 35 Quadratmeterwohnung wird von zwei Leuten und den zwei Kaninchen gemeinsam benutzt und bewohnt, und sie war so blitzblank und geruchlos wie eine sehr gepflegte Wohnung ohne Tierhaltung.  

Im großen Raum dieser Altstadtwohnung stand vor der Fensterfront eine gleicherweise entzückende wie praktische dreistöckige Kaninchenburg. Außerhalb befand sich eine Katzentoilette mit Dach, die, wie ich beobachten konnte, von beiden Tieren benutzt wurde. Die beiden Kleinen liefen und rannten voller Lebensfreude die Leitern hinauf und hinunter, sprangen übermütig von kleinen
Erhöhungen und spielten Fangen und Verstecken um anschließend die vorbereiteten Futterschüsseln kurz zu inspizieren, um sich anschließend die frischen Karotten einzuverleiben.

Diese Kaninchenburg ist verschiebbar, der ganzen Länge nach aufzustellen oder aber über Eck (wie im Foto), ist zur Gänze aus unbehandeltem Holz und handgefertigt.
Es ist diese zweifellos schönste Kaninchenbehausung, die auch für ihre sehr tierlieben Halter wahrscheinlich so manchen Abend das Fernsehprogramm ersetzt. Die beiden Kaninchen haben so viel Abwechslung, dass sie in der Wohnung, die auch frei ist von eventuell giftigen Zimmerpflanzen, nichts anknabbern und ihre Stoffwechselprodukte immer in ihrer Toilette bzw. im Freien in der Wiese abgeben.
Beiden Tieren war anzumerken, dass man sich viel mit ihnen beschäftigte, sie zeigten großes Vertrauen.
In 40 Jahren Tierschutz habe ich so eine Kaninchenhaltung noch nie erlebt!
GZ

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